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Eingewöhnung neuer Fische: Krankheiten/Ichtyo


Was ist zu beachten?


Vor dem Kauf
Wichtig: Vor der Anschaffung unbedingt erst informieren, welche Ansprüche die gewünschten Fische stellen und nur solche Fische kaufen, die für das zur Verfügung stehende Wasser geeignet sind. Hier genügt es sicher nicht, einen Verkäufer zu fragen. Lieber selbst im Internet und in Büchern recherchieren! Weichwasserfische werden sich in hartem Wasser nicht wirklich wohl fühlen und Hartwasserfische ebenso wenig in weichem Wasser. Bei ungeeigneten Wasserwerten sind die Tiere zumindest krankheitsanfälliger, vermehren sich nicht und haben eine geringere Lebenserwartung.


Zu Hause angekommen
Hat man die Neuanschaffung sicher nach Hause gebracht sollte der Beutel mit den Fischen zum langsamen Angleichen der Temperatur erst einmal ins Quarantainebecken gehängt werden. Nach einer Weile können dem Beutel dann mit Abstand von mehreren Minuten immer wieder kleine Mengen Wasser aus dem Quarantainebecken hinzugegeben werden. Wenn die Fische den Umständen entsprechend munter erscheinen, kann man sie aus dem Beutel nehmen und ins Quarantainebecken setzen. Das Wasser aus dem Beutel schüttet man besser weg, da man so zumindest am Anfang die Menge fremder Keime/Erreger, die ins Aquarium gelangen etwas reduziert.


Wozu Quarantaine, wenn die Fische doch gesund aussehen?
Das sinnvollste ist es, neue Fische erst einmal in einem Quarantainebecken unterzubringen. Wenn neue Fische direkt in ein schon mit anderen Fischen besetztes Aquarium gesetzt werden bricht in den meisten Fällen die Pünktchen- oder eine andere Krankheit aus, obwohl die Neuzugänge im Geschäft und der Besatz des eigenen Aquariums zuvor gesund aussahen.

Oft wird dann der Neuzugang als Schuldiger vermutet. Dies ist aber nur die halbe Wahrheit: Fakt ist, dass Fische von Händlern und Züchtern aus verschiedenen Aquarien stammen und es in jedem Aquarium andere Keime/Erreger gibt. Die Fische entwickeln eine Immun-Abwehr gegen die Keime/Erreger mit denen sie aufgewachsen sind. Werden aber Fische aus verschiedenen Aquarien, die zuvor noch nie mit einander in Kontakt gekommen sind, zusammengesetzt, ist meist zumindest eine von beiden Parteien mit den Keimen/Erregern des anderen noch nie in Berührung gekommen und erkrankt. Aufgrund der erkrankten Fische wird die Konzentration der Erreger im Wasser so hoch, dass oft auch die bis dahin immunen Fische erkranken.

Wenn eine Erkrankung im Aquarium eingetreten ist, benötigt man je nach Beckengröße wesentlich mehr an Medikamenten zur Behandlung, als zur Behandlung eines kleineren Quarantainebeckens erforderlich gewesen wäre. Außerdem hat man auch deutlich mehr Arbeit, da häufig wiederholte Behandlungen erforderlich sind und dazwischen oft große Wasserwechsel erfolgen müssen.


Eingewöhnungsphase
Bei mir kommen neu erworbene Fische in ein voll eingerichtetes Quarantainebecken (Bodengrund und Pflanzen), in dem sie dann mehrere Wochen verbringen. In einem kahlen Aquarium ohne Einrichtung würden sie nur unnötig zusätzlich gestresst.

Neue Fische sind i.d.R. durch den Transport geschwächt und dadurch noch anfälliger zu erkranken. Häufig werden sie dann von sogenannten "Schwächeparasiten" wie z.B Ichtyo/Pünktchenkrankheit befallen, der meist als Minimalbestand im Aquarienwasser vorhanden ist. Dies läßt sich aber gut behandeln, wenn man gleich bei ersten Anzeichen einschreitet.

Falls die neuen Fische rüttelnd auf der Stelle schwimmen und sich an Pflanzen und Steinen scheuern unbedingt einen großen Wasserwechsel durchführen. Das verringert schon einmal die Konzentration der Erreger/Keime im Wasser. Bei rüttelnd auf der Stelle schwimmenden Fischen wende ich außerdem Ektol Cristal in angegebener Dosis an. Meist geht es den Fischen dann schon nach wenigen Stunden besser.

Wenn die Fische in Quarantainebecken und Zielaquarium beide gesund erscheinen, impfe ich beide Becken mit ganz geringen Mengen Wasser aus dem jeweils anderen Aquarium. Falls die Fische sich am nächsten Tag vereinzelt an Pflanzen und Steinen scheuern führe ich erneut einen großen Wasserwechsel durch und wenn erforderlich, dann auch noch in den nächsten Tagen. Geht man vorsichtig vor, gewöhnen sich die Fische an die neuen Keime/Erreger ohne, dass es zu einem richtigen Ausbruch der Krankheit kommt. Wenn die Fische sich auf die neuen Bedingungen eingestellt haben, sollte man sie problemlos zusammensetzen können.


Fazit
Logische Schlußfolgerung für mich ist, dass man größere Probleme hat möglichst steril gehaltene Fische einzugewöhnen, da deren Immunabwehr nicht so gut entwickelt ist, wie bei Fischen, die schon einmal Kontakt mit verschiedenen Erregern/Keimen hatten. Darum finde ich es auch problematisch, wenn Fische dauerhaft unter Zugabe von Salz gehalten werden, um Krankheiten zu vermeiden. Solche Fische sollte man nicht sofort in ungesalztes Wasser setzen, sondern die Dosis über einen längeren Zeitraum ausschleichen und das Wasser nur ganz besonders vorsichtig impfen.

Ein Rest-Risiko, dass es Verluste bei Neuankömmlingen oder Altbesatz gibt, bleibt natürlich immer bestehen.



Ichtyo

Ist die Pünktchenkrankheit richtig ausgebrochen ist es wichtig, diese zu verstehen. Verschwinden Pünktchen auf einem Fisch, ist das nicht unbedingt ein gutes Zeichen. Dies bedeutet nur, dass die Parasiten, die in der Haut herangereift sind, den Fisch verlassen haben, um sich zu vervielfachen und wieder neue Wirtsfische zu befallen.

Hier eine Zusammenfassung der Angaben verschiedener Quellen aus dem Internet und eigener Erfahrungen.


Der Kreislauf
Der Parasit nistet sich in der Haut des Fisches ein, wächst und fällt dann nach einigen Tagen oder Wochen als Pünktchen vom Fisch ab. Nun schwimmt er ein paar Stunden frei im Wasser bis er sich irgendwo anheftet und in eine Kapsel umwandelt, in der er sich in ca. 1000 - 4000 sogenannte Tomite teilt, die je nach Temperatur innerhalb der folgenden Stunden oder auch Tagen als Schwärmer auf die Suche nach Wirtsfischen gehen. Wenn die Schwärmer keinen Fisch finden, sterben sie bei 24° bis 26° nach ca. 48 Stunden ab. Es soll aber auch Schwärmer geben, die bis zu 4 Tage überleben.


Behandlung und Vorbeugung
Wichtig: Nur in der Zeit des freien Schwimmens vor und nach dem Kapselstadium ist der Erreger empfindlich gegen Medikamente. Darum auch wenn keine Punkte mehr auf den Fischen zu sehen sind unbedingt noch ein paar Tage länger weiter behandeln. Um die Behandlungsdauer zu verkürzen wird i. d. R. die Temperatur etwas erhöht, sodass sich der Lebenszyklus des Parasiten beschleunigt.

Theoretisch ist es möglich Fische allein durch wiederholtes Umsetzen in Ichtyo-freie Becken zu heilen. Also können auch zur Vorbeugung größere Wasserwechsel vorgenommen werden um den Ausbruch der Krankheit zu verhindern.

Außerdem es gibt auch noch die Möglichkeit zur Behandlung der bereits ausgebrochenen Krankheit Salz einzusetzen, wenn dies vom Besatz und der Bepflanzung vertragen wird.

In der Praxis ist es oft aber weniger stressig und besser verträglich für die Fische, wenn statt der Umsetz- oder Salz-Methode geeignete Medikamente eingesetzt werden. Mit JBL Punktol habe ich gute Erfahrungen gemacht. Nach einer Ichtyo-Behandlung mit Salz bei Black Mollys hingegen hatte ich große Verluste, da sich wohl das Immunsystem nicht wieder richtig erholen konnte.

Der Ichtyo kann bei Trockenheit nicht überleben. Fangnetze und andere Gegenstände also vollständig trocknen, wenn sie in einem Aquarium benutzt wurden, in dem Ichthyo ausgebrochen ist.


Hier Links zum Thema:
http://www.drta-archiv.de/wiki/pmwiki.php/DiagnoseKrankheiten/Ichthyo     (die vielleicht beste Seite im Web zum Ichtyo)
http://www.rhusmann.de/aqua/salz.htm     (sehr gute Seite mit Infos zur Salzanwendung, Zierfisch-Medikamenten u. v. m.)